
Es gibt Momente in der Geschichte, in denen man sagen kann: Hier ist etwas gelungen, das andere für unmöglich hielten. Schleswig-Holstein hat einen solchen Moment geschaffen. Fast 80 Prozent der Microsoft-Office-Lizenzen sind gekündigt. 30.000 Mitarbeiter der Landesverwaltung arbeiten erfolgreich mit Open-Source-Software. Die E-Mail-Migration auf Open-Xchange ist abgeschlossen. Über 44.000 Postfächer mit 110 Millionen E-Mails und Kalendereinträgen wurden umgezogen. Der nächste Schritt steht an: Linux statt Windows.
Das ist keine Ankündigung, kein Pilotprojekt, keine vage Absichtserklärung. Das ist Realität. Und es ist der Beweis: Digitale Souveränität ist möglich – wenn der politische Wille da ist.
Die Zahlen sprechen für sich
Digitalminister Dirk Schrödter (CDU) zieht eine beeindruckende Zwischenbilanz: “Wir sind, ohne Steuerverwaltung, bei nahezu 80, deutlich über 75 Prozent.” Das ursprüngliche Ziel waren 70 Prozent bis Oktober 2025. Es wurde übertroffen.
Die Fakten:
- 44.000 Postfächer erfolgreich migriert
- 110 Millionen E-Mails und Kalendereinträge übertragen
- Fast 80% der Microsoft-Office-Lizenzen gekündigt
- 30.000 Arbeitsplätze in der Landesverwaltung umgestellt
- Nächstes Ziel: Umstieg von Windows auf Linux
“Das ist eine Riesenleistung und ein Meilenstein bei der Umsetzung unserer Open-Source-Strategie”, sagt Schrödter. Zu Recht. Denn was Schleswig-Holstein da geschafft hat, galt lange als politisch nicht durchsetzbar.
Der Weg begann vor Jahren – mit visionären Datenschützern
Die Grundlage für diesen Erfolg wurde früh gelegt. Von 2004 bis 2015 war Dr. Thilo Weichert Landesdatenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein. Als Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) kämpfte er unermüdlich für die Rechte der Bürger – und gegen die Dominanz US-amerikanischer Tech-Konzerne.
Weichert war kein bequemer Datenschützer. Er legte sich mit Facebook an, kritisierte Microsoft und warnte früh vor den Gefahren des Cloud Act. Seine Hartnäckigkeit brachte ihm den Spitznamen “Mann wie eine Firewall” ein. Gegner aus dem wirtschaftsliberalen Spektrum bezeichneten ihn als “Datenschutz-Taliban” – ein Ehrentitel für jemanden, der Grundrechte ernst nimmt.
Was Weichert damals anstoß, trägt heute Früchte. Die Kultur des kritischen Hinterfragens proprietärer Software, die er in Schleswig-Holstein etablierte, ist geblieben. Heute ist Weichert Vorsitzender von Digitalcourage und Vorstandsmitglied der Deutschen Vereinigung für Datenschutz – und er kann auf das schauen, was er mit angestoßen hat.
Seine Nachfolgerin Marit Hansen führt diese Tradition fort. Die aktuelle Landesbeauftragte für Datenschutz unterstützt die Open-Source-Strategie aktiv und weist immer wieder auf die datenschutzrechtlichen Probleme von Microsoft 365 hin.
Wenn ein Minister persönlich um jede Lizenz kämpft
“Der Minister kämpft persönlich um jede Lizenz.” Dieser Satz aus den Behörden ist mehr als eine Anekdote. Er zeigt, worum es geht: um politischen Willen.
Dirk Schrödter hat im Januar 2025 persönlich mit allen Ministern und Staatssekretären Gespräche geführt. Er ließ sich Übergangspfade für Fachverfahren zeigen, die noch nicht die Voraussetzungen für offene Schnittstellen haben. Er hat gekämpft. Und gewonnen.
“Hier zeigt sich die Kraft eines Open-Source-Ökosystems, in dem Hersteller, Betreiber und Verwaltung gemeinsam schnell Herausforderungen bewältigen. Das ist einzigartig”, sagt Schrödter.
Und er hat Recht. Denn das ist der Unterschied zwischen Open Source und proprietärer Software: Bei Problemen kann man selbst Hand anlegen, statt auf den Goodwill eines Konzerns zu warten. Man ist Herr im eigenen Haus.
Die eingesetzte Software: Bewährt und ausgereift
Die Skeptiker sagten: “Open Source ist nicht reif für den Produktiveinsatz.” Schleswig-Holstein beweist das Gegenteil.
LibreOffice ersetzt Microsoft Office. Die Kompatibilität ist hoch, die Funktionen sind da, die Mitarbeiter kommen zurecht.
Open-Xchange ersetzt Microsoft Exchange. 44.000 Postfächer laufen problemlos. Die E-Mail-Kommunikation der Landesverwaltung funktioniert.
Thunderbird ersetzt Outlook. Ein schlanker, schneller E-Mail-Client ohne Telemetrie nach Redmond.
Nextcloud ersetzt SharePoint. Deutsche Entwicklung, DSGVO-konform, volle Kontrolle über die Daten.
OpenTalk für Videokonferenzen. Made in Germany, keine Daten in den USA.
Linux wird Windows ablösen. Die Tests laufen, die Erfahrungen sind positiv.
Das sind keine experimentellen Lösungen. Das sind ausgereifte Produkte, die weltweit millionenfach im Einsatz sind.
Digitale Souveränität ist kein Luxus – sie ist existentiell
“Wir haben als Land eine große Verantwortung gegenüber unseren Bürgern sowie Unternehmen, dass ihre Daten bei uns sicher aufgehoben sind”, erklärt Schrödter. “Wir müssen sicherstellen, dass wir jederzeit Herr über unsere eingesetzten IT-Lösungen sind und wir als Staat unabhängig agieren können.”
Das ist der Kern. Digitale Souveränität ist mindestens so wichtig wie Energiesouveränität. Ein Staat, der seine digitale Infrastruktur nicht kontrolliert, ist erpressbar.
Was passiert, wenn Microsoft die Preise verdoppelt? Wenn US-Behörden Zugriff auf Daten verlangen? Wenn politischer Druck aufgebaut wird? Ein Staat, der von einem US-Konzern abhängt, hat in solchen Situationen keine guten Karten.
Schleswig-Holstein hat die Konsequenzen gezogen. Und das macht Schule.
Andere Länder machen es vor – seit Jahren
Schleswig-Holstein ist nicht das erste Bundesland, das diesen Weg geht. Aber es ist das erste, das ihn konsequent zu Ende geht. International gibt es Vorbilder, die zeigen: Es funktioniert.
Frankreich: 20 Jahre Vorreiter
Die französische Gendarmerie begann bereits 2004 mit der Migration auf Open Source. 90.000 Arbeitsplätze wurden auf OpenOffice umgestellt, 2008 folgte der Umstieg auf Ubuntu Linux (GendBuntu).
Die Bilanz nach 20 Jahren: 50 Millionen Euro gespart. 70 Prozent Reduktion der IT-Kosten. Volle Kontrolle über die Systeme. Unabhängigkeit von US-Konzernen.
Der Buchhalter, der den Stein ins Rollen brachte, störte sich einfach an den hohen Lizenzkosten an Microsoft. Er wechselte im Selbstversuch zu OpenOffice. Als Microsoft daraufhin Lobbyarbeit startete, erfuhr der Generaldirektor erst von dem Experiment – und entschied: OpenOffice auf alle 90.000 Desktops.
Heute läuft die französische Gendarmerie mit 105.000 Mitarbeitern komplett auf Open Source. Und Frankreich hat als erstes Land die UN-Open-Source-Prinzipien offiziell anerkannt.
Südkorea: Nationale IT-Strategie
2019 beschloss die südkoreanische Regierung die Migration von Windows 7 zu Linux. Das Ziel: die lokale Softwarebranche stärken und Unabhängigkeit von US-Konzernen gewinnen. Die Migration kostete 780 Milliarden Won (580 Millionen Euro) – aber sie schuf Wertschöpfung im eigenen Land.
Niedersachsen: 11.000 Arbeitsplätze auf Linux
Die Polizei Niedersachsen migrierte 2003-2004 fast 11.000 Arbeitsplätze zu Linux. Die Erfahrungen waren so positiv, dass das System bis heute im Einsatz ist.
Bayern: Vermessungsverwaltung seit 2003 auf Linux
Während die bayerische Staatsregierung jetzt eine Milliarde an Microsoft zahlen will, läuft die Bayerische Vermessungsverwaltung seit 2003 erfolgreich auf OpenSUSE. 2.800 Workstations, 650 Robust-Notebooks im Außendienst. Alles mit Open Source. Und es funktioniert hervorragend.
Warum Open Source – und kein anderer Weg
Die Frage stellt sich: Warum ist Open Source der einzige Weg zur digitalen Souveränität?
Die Antwort ist einfach: Kontrolle.
Bei proprietärer Software gibt man die Kontrolle ab. Man weiß nicht, was die Software macht. Man hat keinen Einblick in den Quellcode. Man kann keine Sicherheitsprüfungen durchführen. Man ist abhängig vom Hersteller.
Bei Open Source hat man alle Fäden in der Hand:
- Der Quellcode ist einsehbar: Jeder kann prüfen, was die Software macht
- Sicherheitslücken können selbst behoben werden: Man muss nicht auf Updates warten
- Keine Telemetrie: Die Software sendet keine Daten nach Hause
- Kein Vendor-Lock-in: Man kann jederzeit wechseln
- Kosten sind kalkulierbar: Keine plötzlichen Preiserhöhungen
- Wertschöpfung bleibt in Deutschland: Investitionen fließen an heimische Unternehmen
Das ist keine Ideologie. Das ist Pragmatismus. Und Verantwortung gegenüber den Bürgern.
Die wirtschaftliche Dimension
In einem offenen Brief vom 24. Oktober 2025 rechneten bayerische IT-Unternehmen vor, was Microsoft-Lizenzen kosten: Fast eine Milliarde Euro über fünf Jahre. Geld, das ins Ausland fließt und der deutschen Wirtschaft entzogen wird.
Schleswig-Holstein geht den anderen Weg. Das Geld fließt in heimische IT-Unternehmen. In Schulungen. In Anpassungen. In Weiterentwicklung. Jeder Euro schafft Wertschöpfung in Deutschland.
Digitalminister Schrödter formuliert es klar: “Die öffentlichen Budgets sollen nicht mehr nur für Lizenzgebühren aufgewendet werden, sondern in echte Programmierungsleistungen und damit Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort fließen.”
Das ist wirtschaftspolitisch klug. Und es stärkt die deutsche IT-Branche.
Die Herausforderungen – und wie sie gemeistert wurden
Natürlich gab es Probleme. Große IT-Migrationen sind komplex. Doch die Art, wie Schleswig-Holstein damit umgeht, ist vorbildlich.
Schulungen: Die Mitarbeiter wurden vorbereitet. Es gibt niederschwellige Schulungsangebote. Niemand wird ins kalte Wasser geworfen.
Fachverfahren: Spezielle Verwaltungsanwendungen brauchen Anpassungen. Schrödter ließ sich die Übergangspfade zeigen und arbeitete mit den Ministerien individuelle Lösungen aus.
Gewerkschaften: Hier hätte man schneller sein können, räumt Schrödter ein. Aber mittlerweile steht man kurz vor einer Vereinbarung mit den Spitzenorganisationen der Gewerkschaften nach dem Mitbestimmungsgesetz.
Zeitdruck: Die Migration zu Open-Xchange lief unter Hochdruck, auch wegen der Ferienzeit im Sommer und gebundener Personalressourcen. Aber sie wurde geschafft. Und zwar automatisiert, nicht manuell.
“Hier zeigt sich die Kraft eines Open-Source-Ökosystems, in dem Hersteller, Betreiber und Verwaltung gemeinsam schnell Herausforderungen bewältigen”, betont Schrödter. Genau das ist der Vorteil: Wenn Probleme auftauchen, kann man gemeinsam Lösungen entwickeln. Man ist nicht auf die Roadmap eines Konzerns angewiesen.
München als warnendes Beispiel – und was Schleswig-Holstein anders macht
Kritiker verweisen gerne auf München. Das LiMux-Projekt sollte 15.000 Arbeitsplätze auf Linux umstellen. 2017 wurde die Rückkehr zu Windows beschlossen. Das gilt vielen als Beweis, dass Open Source in der Verwaltung nicht funktioniert.
Doch die Wahrheit ist komplizierter. Das Scheitern von LiMux war nicht technisch bedingt. Es war politisch gewollt. Als Microsoft ankündigte, seinen deutschen Hauptsitz nach München zu verlegen, kippte die politische Stimmung. Plötzlich war Open Source nicht mehr gewünscht.
Schleswig-Holstein macht es anders:
1. Klares Bekenntnis der Spitze: Digitalminister Schrödter kämpft persönlich für Open Source. Das gibt Rückhalt.
2. Konsequente Umsetzung: Man geht Schritt für Schritt vor, aber man geht den Weg zu Ende. Keine Halbherzigkeit.
3. Einbindung der Mitarbeiter: Die Gewerkschaften werden eingebunden. Es gibt Schulungen. Man nimmt Bedenken ernst.
4. Bewährte Software: Man setzt auf ausgereifte Produkte wie LibreOffice, Nextcloud und Open-Xchange. Keine Experimente.
5. Datenschutz als Treiber: Die Tradition von Thilo Weichert wirkt nach. Datenschutz ist in Schleswig-Holstein kein Lippenbekenntnis.
Das macht den Unterschied. München scheiterte am fehlenden politischen Willen. Schleswig-Holstein hat diesen Willen.
Die Signalwirkung für andere Bundesländer
“Die Entscheidung stößt bundesweit auf großes Interesse – auch andere Länder und Kommunen schauen genau hin”, sagt Schrödter. Zu Recht. Denn Schleswig-Holstein liefert die Blaupause.
Thüringen nutzt bereits OpenTalk für Videokonferenzen. Mecklenburg-Vorpommern setzt Mailbox.org ein. Niedersachsen hat datenschutzrechtliche Zusatzvereinbarungen mit Microsoft abgeschlossen – aber das ist nur eine Übergangslösung.
Die Frage ist nicht mehr, ob Bundesländer auf Open Source umsteigen. Die Frage ist, wann.
Bayern plant, fast eine Milliarde an Microsoft zu zahlen. Ohne Ausschreibung. Ohne Prüfung von Alternativen. Das ist der falsche Weg. Schleswig-Holstein zeigt den richtigen.
Was jetzt passieren muss
Schleswig-Holsteins Erfolg darf kein Einzelfall bleiben. Er muss zum Standard werden. Dafür braucht es:
1. Politischen Willen in allen Bundesländern
Jedes Bundesland kann den Weg Schleswig-Holsteins gehen. Die Software existiert. Die Erfahrungen sind gemacht. Es fehlt nur der Mut.
2. Bundesweite Koordination
Das Projekt OpenDesk ist ein guter Anfang. Aber es braucht mehr: Eine gemeinsame Strategie, geteilte Ressourcen, koordinierte Entwicklung.
3. Investitionen in Open Source
Die Bundesregierung hat 2024 fast alle Mittel für Open-Source-Projekte gestrichen. Das ist fatal. Statt Milliarden an US-Konzerne zu zahlen, sollte Deutschland in eigene Lösungen investieren.
4. Ausbildung und Schulung
Open Source muss in der IT-Ausbildung eine größere Rolle spielen. Verwaltungsmitarbeiter müssen geschult werden. Wissen muss aufgebaut werden.
5. “Public Money, Public Code”
Software, die mit Steuergeldern bezahlt wird, muss Open Source sein. Dieses Prinzip muss gesetzlich verankert werden.
6. Exit-Strategien aus Microsoft-Abhängigkeit
Jede Behörde, die noch Microsoft nutzt, braucht einen konkreten Plan zur Migration. Mit Zeitplan, Budget und Ressourcen.
Die geopolitische Dimension
Wir leben in Zeiten, in denen digitale Infrastruktur als politisches Druckmittel genutzt wird. Die USA unter Donald Trump setzen auf Sanktionen. Der Internationale Strafgerichtshof wurde sanktioniert, weil er Haftbefehle gegen US-Verbündete ausstellte.
Was hindert die USA daran, europäische Regierungen über Cloud-Abhängigkeiten unter Druck zu setzen?
Schleswig-Holstein hat die Konsequenzen gezogen. Das Land ist nicht mehr erpressbar. Es kontrolliert seine digitale Infrastruktur. Das ist gelebte Souveränität.
Ein historischer Moment
Was Schleswig-Holstein geschafft hat, ist mehr als eine IT-Migration. Es ist ein Paradigmenwechsel.
Jahrelang hieß es: “Open Source in der Verwaltung funktioniert nicht.” Schleswig-Holstein beweist: Es funktioniert. Hervorragend.
Jahrelang hieß es: “Digitale Souveränität ist zu teuer.” Schleswig-Holstein zeigt: Sie spart Geld.
Jahrelang hieß es: “Die Mitarbeiter werden nicht mitkommen.” Schleswig-Holstein demonstriert: Doch, sie kommen mit. Mit Schulung und Unterstützung.
Minister Schrödter formuliert es treffend: “Was wir tun, ist ein Paradigmenwechsel. Es geht nicht nur um neue Programme, sondern um die digitale Selbstbestimmung des öffentlichen Sektors.”
Genau darum geht es. Um Selbstbestimmung. Um Kontrolle. Um Souveränität.
Danke, Dr. Thilo Weichert
An dieser Stelle muss man innehalten und jenen danken, die den Boden bereitet haben. Dr. Thilo Weichert hat als Landesdatenschutzbeauftragter von 2004 bis 2015 unermüdlich für Datenschutz und digitale Souveränität gekämpft. Er legte sich mit Facebook, Microsoft und anderen Tech-Giganten an. Er warnte früh vor den Gefahren des Cloud Act und proprietärer Software.
Seine Arbeit war oft unbequem. Aber sie war richtig. Und sie wirkt nach.
Heute ist Weichert Vorsitzender von Digitalcourage und kann auf das schauen, was er mit angestoßen hat. Schleswig-Holsteins Open-Source-Strategie steht in der Tradition seiner Arbeit.
Das ist sein Vermächtnis. Und es ist ein gutes.
Die Leuchtturmwirkung
“Mit dieser Entscheidung markiert Schleswig-Holstein einen Meilenstein in der digitalen Neuorientierung des Staates – und könnte damit zur Blaupause für andere Länder werden”, schreibt das Verbraucherschutzforum.
Genau das ist die Hoffnung. Dass Schleswig-Holsteins Erfolg ausstrahlt. Dass andere Bundesländer sagen: “Wenn die es können, können wir es auch.”
Die Voraussetzungen sind da:
- Die Software ist ausgereift
- Die Erfahrungen sind gemacht
- Die Kosteneinsparungen sind belegt
- Die Unabhängigkeit ist real
Es braucht nur noch den politischen Willen.
Fazit: Es geht, wenn man es wirklich will
Schleswig-Holstein hat bewiesen: Digitale Souveränität durch Open Source ist keine Utopie. Sie ist machbar. Sie ist wirtschaftlich sinnvoll. Sie ist sicher. Und sie ist notwendig.
Fast 80 Prozent der Microsoft-Lizenzen sind gekündigt. 30.000 Mitarbeiter arbeiten erfolgreich mit Open Source. Die E-Mail-Migration ist abgeschlossen. Der Umstieg auf Linux steht bevor.
Das ist ein historischer Erfolg. Und ein Auftrag an alle anderen Bundesländer: Macht es nach!
Frankreich hat es vorgemacht. Schleswig-Holstein macht es nach. Wer kommt als Nächstes?
Die digitale Souveränität Europas steht auf dem Spiel. Schleswig-Holstein hat gezeigt, wie man sie gewinnt. Jetzt müssen die anderen folgen.
Es geht. Man muss es nur wirklich wollen.
Weitere Informationen:
- Heise: Schleswig-Holstein Fast 80 Prozent der Microsoft-Lizenzen gekündigt
- Schleswig-Holstein: Open Source Strategie
- Heise: Von Microsoft zu Open Source
- The Register: Schleswig-Holstein waves auf Wiedersehen to Microsoft
- Wikipedia: Open-Source-Software in öffentlichen Einrichtungen
- Französische Gendarmerie spart Geld mit Open Source
- Digitalcourage: Thilo Weichert neuer Vorsitzender
Unterstützen Sie Open Source in der Verwaltung:
Die Open Source Business Alliance setzt sich für digitale Souveränität ein. Digitalcourage kämpft für Grundrechte im digitalen Zeitalter. Netzwerk Datenschutzexpertise bietet fundierte Analysen.
Kontaktiert eure Landtagsabgeordneten. Fordert Open Source in der Verwaltung. Fordert digitale Souveränität. Fordert, dass Deutschland nicht länger Milliarden an US-Konzerne überweist, während heimische IT-Unternehmen leer ausgehen.
Schleswig-Holstein hat den Weg gezeigt. Jetzt müssen die anderen folgen.
Siehe auch
- Drei Jahre Geduld, 500 Millisekunden Verzögerung: Die XZ-Backdoor und was sie über digitale Sicherheit verrät
- Wie Israel Teherans Überwachungskameras hackte – und warum Europa sich das nicht leisten kann
- Vier Jahrzehnte strukturelle Überwachung: Warum die Microsoft-365-Problematik keine Trump-Erfindung ist
- Digitale Geiselhaft: Wie die Politik Deutschland und Europa wissentlich in die Abhängigkeit trieb
- Angriff auf den Datenschutz: Wie NRW-Ministerpräsident Wüst nach dem Microsoft-Deal die unabhängige Aufsicht beseitigen will