Milliardendeal mit Microsoft: Open Source bleibt außen vor

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Milliardendeal mit Microsoft: Open Source bleibt außen vor

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Microsoft statt Open Source: Der Bund zahlt Milliarden

Die deutsche Bundesverwaltung steht vor einer kritischen Weichenstellung: Der milliardenschwere Rahmenvertrag mit Microsoft läuft 2025 aus. Doch statt auf digitale Souveränität durch offene Software zu setzen, fließen weiterhin enorme Summen an den US-Konzern.

Laut Golem.de arbeiten rund 96 % aller Verwaltungsangestellten mit Microsoft-Software. Der Vertrag mit Microsoft umfasst laut Angaben der Bundesregierung ein Volumen von 1,3 Milliarden Euro. Allein 2024 wurden 197,7 Millionen Euro an Microsoft überwiesen – das ist viermal so viel wie 2015.

Immer mehr Geld für Lizenzkosten

Ein Bericht von Heise zeigt: Die Kosten steigen seit Jahren kontinuierlich. 2023 lagen sie bei rund 197,7 Mio. Euro, 2024 bei 204,5 Mio. Euro. Tendenz weiter steigend.

Diese Summen werden ausgegeben, obwohl seit Jahren politisch betont wird, dass Open Source in der Verwaltung gestärkt werden soll. Doch faktisch bleibt sie außen vor. Ein echter Strategiewechsel ist nicht in Sicht. Es ist politisch offensictlich nicht gewollte.

Vertragsverlängerung 2025: Die entscheidende Runde

Die aktuellen Verträge mit Microsoft laufen bis Mai 2025 und sollen dann erneut verlängert werden. Laut dem IT-Beauftragten der Bundesregierung verhandelt der Bund bereits an einem Nachfolgemodell – dem sogenannten Microsoft Customer Agreement (MCA-E).

Kritik: Verlust digitaler Souveränität

Politiker, Fachleute und Open-Source-Initiativen kritisieren den Kurs der Bundesregierung scharf:

„Die Bundesverwaltung ist abhängig von einem einzigen Anbieter“, schreibt IT-Business.

Victor Perli (Die Linke) formuliert es drastischer:

„Der Bundeshaushalt ist zu einer Gelddruckmaschine für Software-Konzerne geworden.“
Quelle: taz.de

Open Source? Kaum vertreten.

Trotz Initiativen wie openDesk oder der Open-Source-Strategie von BMI und ZENIT, ist von echter Offenheit in der Verwaltung wenig zu sehen. Golem.de resümiert:

„Open Source hat im Bund keine Lobby.“

Entscheidung mit Signalwirkung

Mit der Vertragsverlängerung 2025 steht nicht nur ein neuer Milliardenvertrag auf dem Spiel – sondern auch die digitale Unabhängigkeit Deutschlands. Setzt der Bund weiterhin auf proprietäre Software, wird er sich immer weiter von eigenständiger Kontrolle über IT-Infrastruktur entfernen.

Jetzt wäre der Zeitpunkt für einen echten Wandel – weg von Lizenzabhängigkeiten, hin zu nachhaltiger, offener Software.



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