Soll keiner sagen, wir hätten sie nicht gewarnt

Die elektronische Patientenakte und die Frage, wer wirklich mitliest

Manchmal braucht es kein Leck, keinen Hack, keinen Skandal. Manchmal reicht ein einziges Interview, in dem jemand aus der Praxis ganz nüchtern beschreibt, was eigentlich längst bekannt sein sollte – und trotzdem für die meisten Menschen eine Überraschung ist. Genau das ist gerade passiert. Eine Psychotherapeutin hat in einem Gespräch mit heise online offen gelegt, wie wenig die Versicherten in Deutschland tatsächlich darüber wissen, wer Einblick in ihre elektronische Patientenakte nehmen kann. Und das Ergebnis ist ernüchternd.

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Elektronische Patientenakte: Wenn der Datenschutz zur Nebensache wird

Elektronische Patientenakte: Wenn der Datenschutz zur Nebensache wird

Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) wird von der Bundesregierung als Meilenstein der Digitalisierung im Gesundheitswesen gefeiert. Ab Januar 2025 soll jeder gesetzlich Versicherte automatisch eine ePA erhalten – es sei denn, er widerspricht aktiv. Was auf den ersten Blick nach Fortschritt klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als datenschutzrechtliches Minenfeld mit weitreichenden Konsequenzen für die Privatsphäre von Millionen Menschen.

Das Opt-Out-Verfahren: Einwilligung auf den Kopf gestellt

Mit dem Wechsel vom Opt-In zum Opt-Out hat die Bundesregierung einen fundamentalen Paradigmenwechsel vollzogen. Statt dass Versicherte bewusst und informiert einwilligen müssen, wird ihnen die ePA automatisch aufgezwungen. Wer seine intimsten Gesundheitsdaten nicht zentral gespeichert haben möchte, muss aktiv widersprechen – und das rechtzeitig.

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